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Intuitiv (Fr)essen.

So oft höre ich in letzter Zeit vom Ansatz des intuitiven Essens als Ausweg aus Essstörungen. Essen wenn man Hunger hat, Aufhören wenn man satt ist, alles ist erlaubt. Klingt supereinfach, oder?

Da ich gerade die Nase gestrichen voll hatte von Zählen, Wiegen, Makros und Kalorienbilanz fand ich es einen Versuch wert.

Überlegt hatte ich schon länger, allerdings machte mir eine anfängliche mögliche Gewichtszunahme Angst.Am Samstagabend stieß ich dann auf einen sehr motivierenden und beeindruckenden Blog einer Bloggerin, die mit intuitivem Essen den Weg aus der Essstörung geschafft hatte. Fand ich toll, wollte ich auch.

Übermotiviert wie ich nun einmal bin bestellte ich zwei Bücher zum Thema, machte mir eine Liste mit den wichtigsten Anhaltspunkten und legte direkt am Samstagabend los. So schwer konnte es nicht sein. Einfach auf den Körper hören, nichts verbieten.

Am Samstagabend gab es für mich eine Packung Toffifee (hatte ich seit Jahren nicht), ein kleines Eis und etwas Knuspermüsli. Fand ich voll okay, hatte schließlich gelesen, dass der Körper sich erst einmal das verbotene Essen holt.

Am Sonntagmorgen war ich voller Vorfreude auf ein Brötchen mit Avocado. Beides hatte ich mir lange Zeit nicht erlaubt. Nach dem Training trank ich einen Proteinshake ohne im Anschluss die Chicken Nuggets von McD auszulassen. Ich war so stolz, dass ich Eis und Kirschtasche vorerst für später aufheben wollte und nicht alles auf einmal aß. Nachmittags kam mein Freund und gegen Abend bestellte ich mit ihm im Restaurant Bruschetta und einen Hühnchenburger. So weit, so toll. Abends hatte ich dann doch irgendwie Angst vor dem Zunehmen. Und mein Kopf ahnte schon, dass es mit dem "All you want" bald wieder vorbei sein würde. Deshalb schaltete er kurzentschlossen in den Fressmodus. Den ganzen Tag hatte ich mich bemüht-Hunger, Sättigung, was brauche ich jetzt? Aber als der Abend kam, da wurde mein Kopf doch rückfällig.

Eigentlich vollkommen verständlich. Nach jahrelangen Verboten umschalten in "Du darfst alles essen was du willst." Wie soll das bitteschön nicht in einem anfänglichen Überessen enden? Trotzdem bekam ich direkt Angst vielleicht eine Binge Eating Störung zu entwickeln, wenn ich nicht mehr brechen würde. Ich hatte den ganzen Tag keine Kalorien gezählt. Und ich fühlte Erleichterung, als ich beschloss heute wieder in mein Kontrollschema zurückzugehen. D

en Ansatz des Intuitiven Essens will ich trotzdem nicht verwerfen. Ich muss es nur langsamer angehen. Von 0 auf 100, das klappt nicht. Hat jemand von euch Erfahrungen damit?

xoxo

 

Mina

7.3.16 13:15

Letzte Einträge: Mit 20 ist die Jugend vorbei., Winter outside, winter in my heart., Therapietief., Intuitionslos

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