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Intuitionslos

Eines kann ich nun mit Sicherheit sagen: wenn es ums Essen geht bin ich komplett intuitionsfrei.

Nach meinem ersten, gescheiterten Versuch habe ich es erneut probiert. Inzwischen waren auch meine Bücher zum Thema angekommen, ich hatte mich belesen, wollte es nun langsamer angehen, war wieder zuversichtlich.

Regel Nr. 1: Den Hunger honorieren. Essen wenn man körperlichen Hunger hat. Das kann ich, immerhin. Ich kann meinen knurrenden Magen wahrnehmen und sogar körperlichen von seelischem Hunger unterscheiden. Soweit, so gut.

Regel Nr. 2: Aufhören zu essen, wenn man satt ist. Und genau hier beginnt das Problem. WANN BIN ICH SATT?

Dieser Punkt, an dem "normale" Menschen aufhören zu essen, weil sie angenehm gesättigt sind. Dieser Punkt, an dem Andere sagen "Ich kann nicht mehr.". Der Punkt, an dem man die Gabel zur Seite legt, sich zurücklegt und nicht mehr weiteressen will, weil der Körper signalisiert dass es reicht. Dieser Punkt ist bei mir komplett verschwunden. Ich nehme meinen Hunger wahr. Dann esse ich. Und dann ist mir irgendwann schlecht. Angenehme Sättigung? Überspringe ich. Nehme ich nicht wahr. Mein Körper kennt nur die beiden Extreme, Hunger und Übersättigung.

Genau hier scheitere ich wenn ich intuitiv essen will. Wie soll ich aufhören wenn ich satt bin, wenn mein Sättigungspunkt verschwunden ist? Egal wie langsam ich esse, egal wie sehr ich während des Essens in mich hineinhöre. Mein Körper signalisiert mir diesen "Danke, es reicht."-Punkt einfach nicht.

Ja, ich gebe zu, dass es mir auch nicht gelingt wirklich ohne Schuldgefühle zu essen, eine der Grundvoraussetzungen für intuitives Essen. Sich alles erlauben, nichts mehr verbieten. Aber ganz ehrlich: Wer kann denn drei Tafeln Schokolade essen und sich NICHT zumindest ein bisschen schuldig fühlen, wenn er kurz darauf eine Packung Eiscreme isst und immernoch weiteressen könnte?

Der aufmerksame Leser merkt hier, dass Bulimie als Abnehmmethode kläglich versagt. Ihr macht euch euer natürliches Hunger-und Sättigungsgefühl kaputt. Und so viel mehr.

xoxo

 

Mina

25.3.16 00:07, kommentieren

Intuitiv (Fr)essen.

So oft höre ich in letzter Zeit vom Ansatz des intuitiven Essens als Ausweg aus Essstörungen. Essen wenn man Hunger hat, Aufhören wenn man satt ist, alles ist erlaubt. Klingt supereinfach, oder?

Da ich gerade die Nase gestrichen voll hatte von Zählen, Wiegen, Makros und Kalorienbilanz fand ich es einen Versuch wert.

Überlegt hatte ich schon länger, allerdings machte mir eine anfängliche mögliche Gewichtszunahme Angst.Am Samstagabend stieß ich dann auf einen sehr motivierenden und beeindruckenden Blog einer Bloggerin, die mit intuitivem Essen den Weg aus der Essstörung geschafft hatte. Fand ich toll, wollte ich auch.

Übermotiviert wie ich nun einmal bin bestellte ich zwei Bücher zum Thema, machte mir eine Liste mit den wichtigsten Anhaltspunkten und legte direkt am Samstagabend los. So schwer konnte es nicht sein. Einfach auf den Körper hören, nichts verbieten.

Am Samstagabend gab es für mich eine Packung Toffifee (hatte ich seit Jahren nicht), ein kleines Eis und etwas Knuspermüsli. Fand ich voll okay, hatte schließlich gelesen, dass der Körper sich erst einmal das verbotene Essen holt.

Am Sonntagmorgen war ich voller Vorfreude auf ein Brötchen mit Avocado. Beides hatte ich mir lange Zeit nicht erlaubt. Nach dem Training trank ich einen Proteinshake ohne im Anschluss die Chicken Nuggets von McD auszulassen. Ich war so stolz, dass ich Eis und Kirschtasche vorerst für später aufheben wollte und nicht alles auf einmal aß. Nachmittags kam mein Freund und gegen Abend bestellte ich mit ihm im Restaurant Bruschetta und einen Hühnchenburger. So weit, so toll. Abends hatte ich dann doch irgendwie Angst vor dem Zunehmen. Und mein Kopf ahnte schon, dass es mit dem "All you want" bald wieder vorbei sein würde. Deshalb schaltete er kurzentschlossen in den Fressmodus. Den ganzen Tag hatte ich mich bemüht-Hunger, Sättigung, was brauche ich jetzt? Aber als der Abend kam, da wurde mein Kopf doch rückfällig.

Eigentlich vollkommen verständlich. Nach jahrelangen Verboten umschalten in "Du darfst alles essen was du willst." Wie soll das bitteschön nicht in einem anfänglichen Überessen enden? Trotzdem bekam ich direkt Angst vielleicht eine Binge Eating Störung zu entwickeln, wenn ich nicht mehr brechen würde. Ich hatte den ganzen Tag keine Kalorien gezählt. Und ich fühlte Erleichterung, als ich beschloss heute wieder in mein Kontrollschema zurückzugehen. D

en Ansatz des Intuitiven Essens will ich trotzdem nicht verwerfen. Ich muss es nur langsamer angehen. Von 0 auf 100, das klappt nicht. Hat jemand von euch Erfahrungen damit?

xoxo

 

Mina

7.3.16 13:15, kommentieren